Ein Schwergewicht war ich schon, so lange ich denken kann, aber meinen absoluten Höhepunkt hatte ich so zwischen 2011 und 2013. Da brachte ich 129 kg auf die Waage, bei einer Größe von 1,64 m. Ich versuchte irgendwie ein paar Kilos loszuwerden, weil ich mich langsam nicht mehr wohlfühlte, bis 2010 tat ich das ja noch, da war ich gerade mal bei lächerlichen 105 kg und alles war gut (redete ich mir zumindest ein). Dann lernte ich einen Mann kennen, nun ja und Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen und bei mir auch auf wundersame Weise direkt auf die Hüften.
Dann Anfang 2012 bekam ich die Diagnose Diabetes, mein HbA1c Wert lag bei 6,7.
Ich war erstmal schockiert und hörte mir an was mein Doc mir erzählte, aber wirklich anfangen konnte ich damit nix. Wollte ich auch nicht, zuckerkrank, klingt irgendwie total harmlos. Ich bekam Tabletten (Metformin) und fing an, an so einer Schulung rund um Diabetes teilzunehmen, nach 4 Besuchen bin ich aber da nicht mehr hingegangen. Irgendwie fühlte ich mich fehl am Platz und auch mit meinen Arbeitszeiten ließ sich das schlecht vereinbaren. (Ausreden findet man ja immer)

Dennoch habe ich immer wieder versucht zwischendurch abzunehmen, ich glaube irgendwann habe ich das auch bis auf 111 kg geschafft, aber dann hatte ich einen Unfall, einen dummen selbstverschuldeten Unfall.
Der hat mich meinen Oberarmkopf (wurde ersetzt durch ein Implantat) und meinen Job gekostet.

Durch den Unfall und der langen Bewegungseinschränkung und Fressorgien vorm Fernseher, habe ich natürlich noch mehr zugenommen. Beim letzten Check UP beim Arzt zeigte die Waage wieder 121 kg. Mein HbA1c Wert hatte ich zwar runter auf 6,2 aber irgendwas ist ja immer …

Beziehungsprobleme, Jobverlust, Unfall und die Tatsache, dass ich meinen Job auch nicht mehr machen kann und ich dauerhaft eine Behinderung und eine chronische Krankheit habe, haben mich dazu gebracht nach NEUEN WEGEN für mein Leben zu suchen.
Und so nahm alles seinen Lauf…
Nachdem ich gekündigt wurde, trennte ich mich auch gleich von meinem Freund und suchte mir ne eigene kleine Wohnung.
Nach den ersten doch sehr harten (psychisch und physisch) Wochen fing ich mich und beschäftigte mich endlich wieder mit all den Dingen, die mich interessieren und die ich in den letzten Jahren sehr vernachlässigt habe … nur nicht mit meinem Essverhalten …

Und dann kam der Tag an dem ich die Ergebnisse meiner letzten Blutuntersuchung bekam … Ich war so schockiert und musste weinen, alle Werte waren schlechter, als je zuvor. Cholesterin viel zu hoch, Leberwerte zu hoch, Zucker 6,9 usw usw…

Der erste Satz der in meinem Kopf war:“ Ich fang doch gerade wieder an zu leben und das will ich doch noch lange.“

Wenn ich bis zu dem Zeitpunkt noch unsicher war, eins wusste ich genau, es muss sich etwas ändern, ICH muss etwas ändern … Egal wie !!!

Change my mind, change my body, change my soul!!!